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DIE FENSTER DER HEILIGENGEISTKIRCHE
© Kirchengemeinde Alt-Barmbek

Nach der Zerstörung der Heiligengeistkirche im Jahre 1943 wurde beim Wiederaufbau im Jahre 1955 im Altarraum ein großes Rundfenster von der Finkenwerder Künstlerin Anna Andersch gestaltet.

Im Jahre 1964 und in den folgenden Jahren entwarf die gleiche Künstlerin, die durch verschiedene Arbeiten und Ausstellungen im In- und Ausland bekannt geworden ist, die weiteren Fenster, zunächst für die beiden Seitenschiffe der Kirche, dann für die Fenster über und unter der Orgelempore.

Die Themen der Rundfenster wollen dem Namen unserer Kirche entsprechend verdeutlichen, wie Gott durch den Heiligen Geist in dieser Welt gewirkt hat und auch heute unter uns wirken will.

Das Fenster über dem Altar

Dies sieht der Besucher der Kirche sofort beim Betreten des Kirchenraumes. Es stellt das erste Wirken des Heiligen Geistes unter den Jüngern dar so wie es Apostelgeschichte 2, 1 ff. beschrieben wird. Wir erkennen die zwölf Apostel, die von dem Lichtschein erfasst werden. In dem Lichtschein ist die Gestalt einer Taube als Symbol des Heiligen Geistes angedeutet. Dass alle Jünger vom Heiligen Geist ergriffen werden, ist dadurch zum Ausdruck gekommen, dass in jedem Gesicht eine Fläche die gelbe Farbe des Lichtes hat.

Die vier Apostelgestalten im Vordergrund haben eine besonders ausdrucksvolle Gebärde. Es lässt sich an ihnen ablesen, was die Wirkung des Heiligen Geistes in jeder Gemeinde sein will. Der Apostel vorn rechts im blauen Gewand blickt den Betrachter an. Er hat eine predigende Gebärde, so dass man an Petrus denkt, der an jenem Pfingsttag im Tempel predigte.

Der Heilige Geist ermutigt uns zum Bezeugen der Wahrheit des Glaubens vor den Mitmenschen. Der Apostel neben ihm faltet die Hände. Der Heilige Geist ermutigt uns zum Gebet. Die Gebärde des Apostels im blauen Gewand in der Mitte links ist eine erhobene Hand, als wollte er etwas empfangen. Der Heilige Geist hilft uns zu hören und zu verstehen.
Der Apostel mit dem purpurfarbenen Gewand an der linken Fensterseite wendet sich an einen anderen Apostel, indem seine Hand nach ihm greift. Der Heilige Geist hilft uns in der Beziehung zu unseren Mitmenschen zu wirklicher Liebe und Brüderlichkeit.

DIE SECHS RUNDFENSTER IN DEN SEITENSCHIFFEN
Sie wollen das Thema des Heiligen Geistes weiter vertiefen. In den Fenstern an der vom Eingang gesehenen linken Seite wird an Geschichten des Alten Testaments verdeutlicht, wie der Heilige Geist wirkt. In den Fenstern an der rechten Seite sind Geschichten der Evangelien zur Verdeutlichung des Gesamtthemas dargestellt.

Die Künstlerin hat sich bei diesen Fenstern dazu entschlossen, die Themen in abstrakter, also nichtgegenständlicher Weise, durch den Rhythmus von Farbe und Form zum Ausdruck zu bringen. Es wurden nur Blau- und Grautöne verwandt. Blau ist in mittelalterlicher Farbsymbolik die Farbe des Geistes.

Für die 6 Fenster wurden zwei Bibelworte als Leitgedanken gewählt, die sowohl für die Fenster des Alten Testaments, als auch für die neutestamentlichen Fenster die Auswahl der Texte bestimmen.
Bei Paulus heißt es im Römerbrief Kap. 8, 26: "Der Geist hilft unserer Schwachheit auf. Wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich́s gebührt." So handeln die beiden Fenster in der Mitte jeder Seite vom Gebet.
Jesus sagte nach dem Johannesevangelium 6, 63: ,,Der Geist ist's der da lebendig macht." Dieses Thema ,,Leben aus Gottes” bestimmt die anderen Fenster.

Fentster mit alttestamentlichen Themen
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Wenn wir die 6 Fenster nun der Reihe nach betrachten, beginnen wir an der linken Seite bei dem Fenster, das am nächsten zum Eingang liegt. Diesem Fenster ist der Gedanke zugrundegelegt, dass Gottes Geist dem Menschen Leben gab, sowie überhaupt Gottes Geist die Schöpfungsordnung in das Chaos brachte. “Gottes Geist schwebt über den Wassern (1.Mose 1 + 2, insbesondere 1. Mose 2, 7).

Das Fenster in der Mitte der linken Seite weist auf den Regenbogen hin, der als Zeichen des gnadenvollen Erhörens des Dankgebetes von Noah nach der Sintflut über der Katastrophe der Welt erscheint. Dieser Bogen spannt sich über unruhig aufgehäufte Glasflächen, so wie Gottes Geist im Gebet uns die Gewissheit gibt, dass wir von Gott umfangen sind in aller sorgenvollen Unruhe. (1. Mose 6, 9-19, insbesondere 1. Mose 8, 20 und 9, 12 - 16).

Das Fenster bei der Kanzel hat eine hoffnungsvolle Vision des Propheten Hesekiel in hoffnungsloser Lage zum Thema. Während das Volk in Babylon in der Gefangenschaft unterzugehen droht, sieht der Prophet ein Feld voller Totengebein. Er wird gefragt, ob er glauben könne, dass diese Gebeine wieder zum Leben kommen könnten. Er erlebt dann in einer Vision, wie der Wind, der zugleich Ausdruck des göttlichen Geistes ist, über dieses Totenfeld bläst und die Gebeine wieder belebt werden.

Diese Vision sagt ihm, dass es Gott durchaus möglich ist, sein Volk wieder zusammenzuführen und durch seinen Geist zu seinem Volk zu machen. Dieses Glasfenster will uns mit der Darstellung der Prophetenvision daran erinnern, dass Gottes Geist es ist, der sein Volk, seine Kirche, jederzeit zu neuem Leben führen kann. So werden wir auch an die Hoffnung der Auferstehung durch diese Vision erinnert. Die in das Dunkle einbrechenden Lichtstrahlen und die dadurch aus dem Dunklen hervorbrechenden Lichter sind die Übertragung dieses Themas in die abstrakte Sprache von Form und Farbe. (Hesekiel 37, 1 - 14, insbesondere Vers 4).

Fenster mit neutestamentlichen Themen
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In den Fenstern an der rechten Seite sind Geschichten der Evangelien zur Verdeutlichung des Gesamtthemas dargestellt.
Das erste Fenster auf der linken Seite hat die Geburt Jesu durch den Geist Gottes zum Thema: "Empfangen vom Heiligen Geist”. Ein Kind ist noch geborgen im Leib der Mutter, doch Gottes Geist ist es, der schon von Anfang an dieses Leben so trifft, dass das Kind seinen Weg in der Einheit mit Gott gehen wird. Das ist in diesem Fenster zum Ausdruck gekommen. (Lukas 1, 26 - 38, insbesondere Vers 35).

Das mittlere Fenster ist bestimmt von dem Thema “Gebet”. Als Jesus in Gethsemane betete, ging es ihm um die Kraft, das Leiden anzunehmen. Diese Kraft kann nur durch den Geist Gottes geschenkt werden. Wenn im Lukas Evangelium von einem Engel geredet wird, der Jesus die Kraft gibt, so ist hier lediglich der Engel ein anderes Symbol für die Kraft, die von Gott kommt. Die Hände recken sich aus dem Dunklen in das Kraftfeld des Geistes. Die Annahme des Leidens drückt sich darin aus, dass die gefalteten Finger zugleich an die Dornenkrone erinnern. (Lukas 22, 39 - 46).
Die Auferstehung Jesu ist für uns die Hoffnung, dass auch wir aus dem Leid des Sterbens heimkehren dürfen in die Geborgenheit des Lebens in der Gemeinschaft mit Gott. Das aus dem das Helle um fangenden Dunklen machtvoll hervorbrechende Licht ist in diesem Fenster die Darstellungsweise der Auferstehung.

Die Spitzfenster unter den Rundfenstern haben kein biblisches Thema. Sie bringen einfach das Hereinströmen des Lichtes, das sich in viele Strahlen bricht, zum Ausdruck.

Die übrigen Fenster im Hauptschiff
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Die Fenster über der Orgelempore nehmen aus dem Hauptfenster beiden anderen in den Seitenfenstern nicht verwandten Farben purpurrot und gelb auf und geben so der Kirche eine harmonische Rundung. Die Künstlerin dachte bei dieser Gestaltung an den der Musik des Chores und der Orgel herabklingenden Lobpreis der ebenfalls der Inspiration durch Gottes Geist bedarf.

Beim Betreten der Kirche fällt der Blick auch auf die Fenster unter der Orgelempore, die ebenfalls in gelb und purpurrot gehalten sind. Ihre Formen und Linien drängen in die Kirche hinein nach vorn. Sie wollen Einladung und Hinweis sein für das, was in der Kirche geschehen soll, Begegnung mit Gott, die uns die Kraft des Heiligen Geistes aufs neue schenken will.

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